Tempel/Kriegerowski
GATED COMMUNITY/ umzäunte Gemeinschaft


„ZM/18a – europäische NachbarInnen“
Eine Neuentwicklung der GATED COMMUNITY / umzäunten Gemeinschaft

Die umzäunte Gemeinschaft trat im Jahr 2005 mit ihrer ersten Kollektion an die Öffentlichkeit. In einer groß angelegten Ausstellung am Alexanderplatz in Berlin präsentierten Christine Kriegerowski und
Christoph Tempel 32 unterschiedliche Zaunmodelle, die sie gegen verschiedene verbreitete Ängste anbieten.

Getreu dem Motto: „nur eine umzäunte Gemeinschaft ist ein wahrhaft offener Raum“ oder auch „good fences make good neighbors“, traten die Veranstalterinnen der Ausstellung „[open] spaces – Ausstellung von gesellschaftlichen und medialen Raumzuständen “ mit dem Wunsch nach einem eigenen Zaunmodell an uns heran.

Dieses Modell sollte speziell für die Ausstellung in Bremen entwickelt werden. Zugleich forderten die Kundinnen vom thealit eine europäische Dimension unseres Vorschlags und Internettauglichkeit ihres Zauns.

Wir studierten gewissenhaft die aktuelle politische Situation in Europa unter besonderer Berücksichtigung der Lage in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla und des G8-Gipfels in Heiligendamm. Nach langen Gesprächen und mehreren komplexen Testreihen haben wir gemeinsam mit unseren Auftraggeberinnen eine Weiterentwicklung unseres Modells „ZM/18 – Nachbarn“ erarbeitet. „ZM/18a – europäische NachbarInnen“ beruht wie das Basismodell auf dem Scherengitter des klassischen Jägerzauns. Durch Rationalisierung der Form und trotz des Verzichts auf die waagerechten Riegel entstand ein hochfester Zaun, der sich aus x-Modulen zusammensetzt.

[open] spaces ist Teil des Transeuropean Lab „do not exist: europe, women, digital medium“. Inspiriert hat uns das Wort „exist“, dessen Buchstabe x auf Durchstreichung verweist. Das x warnt vor Gefahren. Zudem ist es die klassische Unbekannte aus der Mathematik. Und was flößt mehr Furcht ein als das Unbekannte?
Hier verheißt unser Zaun „ZM/18a – europäische NachbarInnen“ Schutz. Gemäß der Firmenphilosophie der umzäunten Gemeinschaft, nach der ein tatsächlicher Zaun oft gar nicht nötig ist, ein symbolischer Zaun, das Bild eines Zauns, ein Medaillon etwa, häufig genügt, um den Befürchtungen der KundInnen entgegenzuwirken, bieten wir „ZM/18a – europäische NachbarInnen“ auch als Rapport auf Papier und als Kachel für das Internet an.

Unsere erste Intervention besteht in der Vergitterung der Wände der Gesellschaft für aktuelle Kunst und angrenzender weserseitiger Schutzmauern.

Christoph Tempel/Pressesprecher
für die Umzäunte Gemeinschaft

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